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Naturlab und Vegetarier

Die Herkunft der Rohstoffe sowie die Verfahren der Herstellung, Verarbeitung, Handhabung, Zubereitung, Behandlung und unter Umständen auch die Verpackung, Beförderung und Lagerung von Lebensmitteln können für individuelle Konsumentengruppen von besonderer Bedeutung sein.

Dies trifft insbesondere auf die Ansprüche der Veganer, Vegetarier und die Vertreter bestimmter Religionen zu. Für sie stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche mit Naturlab oder Lab-Austauschstoffen (oft fälschlicherweise als "pflanzliches Lab" oder "vegetarisches Lab" bezeichnet) hergestellten Produkte ihre individuellen Ansprüche erfüllen.

Hierzu möchten wir einige wichtige Informationen zur Verfügung stellen, um weit verbreitete Fehlinformationen zu korrigieren.

 

Begriffsverwirrung

Gerne werden von Vegetariern die Begriffe "tierisches Lab" und pflanzliches oder vegetarisches Lab verwendet. Grundsätzlich muss dazu gesagt werden, dass diese zwar freundlichen, aber falschen Bezeichnungen für mikrobielle Labersatzstoffe natürlich auch gerne von den Produzenten dieser Labersatzstoffe eingesetzt werden. Vegetarier werden durch diese fälschlich eingesetzten Begriffe aber manipuliert und instrumentalisiert.

Lab ist die Bezeichnung für das natürliche Produkt, welches aus Kälbermägen extrahiert wird. Alle anderen Produkte sind - auch laut Gesetz - als Labaustauschstoffe zu bezeichnen. Pflanzliches "Lab" findet mit Ausnahme einiger regionaler Käsesorten in Portugal keine Verwendung, da es zu untypischem Geschmack im Käse führt.

Vegetarisches "Lab" oder mikrobielles "Lab" ist ein milchfremdes Enzym, welches von Schimmelpilzen produziert wird und eigentlich als Labaustauschstoff deklariert werden müsste.

FPC oder reines Chymosin aus natürlicher Fermentation - ist Chymosin, welches aus gentechnisch manipulierten Hefen oder Schimmelpilzen gewonnen wird. Inwischen stammen auch die Gene für die Genmanipulation nicht einmal mehr vom Kalb, sondern von anderen Säugetieren.  

 

Naturlab und vegane Ernährung

Für Veganer stellt sich die Frage nicht, ob mit Naturlab oder Lab-Austauschstoffen hergestellte Produkte akzeptabel sind oder nicht, da sie tierische Produkte generell ablehnen. Dazu gehören neben Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern auch Honig, Leder und Wolle sowie Kosmetika und Medikamente mit tierischen Zusatzstoffen.

 

Naturlab und vegetarische Ernährung

Bei den Vegetariern gibt es enorme Unterschiede in der Interpretation ihrer Lebensweise. Während die vegetarische Küche für die einen eine ihren Wünschen entsprechende Ernährungsweise darstellt, ist sie für andere eine alternative Lebensweise mit weltanschaulichem Gesamtkonzept.

Grundsätzlich ist dagegen natürlich nichts einzuwenden und auch Hundsbichler als Hersteller eines reinen Naturprodukts setzt sich sehr für Nachhaltigkeit ein. Allerdings werden immer wieder Informationen zur ursprünglichsten Art der Käseherstellung, nämlich mittels Naturlab, verbreitet, die schlichtweg falsch sind.

Über diese Fehlinformationen möchten wir hier aufklären.

 

Falsch: Kälber werden wegen Lab geschlachtet

Naturlab wird aus Kälbermägen extrahiert. Aber: kein Kalb wird für die Produktion von Naturlab geschlachtet. Die Kälber werden entweder für die Fleischproduktion oder für die Milchproduktion geschlachtet.

Wenn es keinerlei Nachfrage nach Naturlab gäbe, so hätte dies trotzdem keinen Einfluss auf die Kälberschlachtungen. Die Mägen würden dann nur weniger aufwändig aufbereitet und z. B. zu Tierfutter verarbeitet oder überhaupt entsorgt. 

Die einzige natürliche Methode Milch zu bekommen beruht eben darauf, dass die Milchkuh ein Kälbchen bekommt. Es gibt allerdings auch eine andere, sehr umstrittene Methode, welche vor allem in den USA zum Einsatz kommt: der Einsatz von Hormonen, welche die Kuh permanent Milch geben lassen.

 

Falsch: Mit Naturlab erzeugter Käse enthält Fleischbestandteile

Die Bais für die Gewinnung von Naturlab ist der Kälbermagen. Aus diesem wird das Enzym extrahiert und der Magen danach entweder kompostiert oder zur Biogaserzeugung verwendet. Im Lab selbst sind keine Magen- oder sonstigen Fleischanteile enthalten. 

1 Liter Labextrakt enthält ca. 1.000 mg Labenzym und rund 18% Kochsalz – der Rest ist Wasser. Für 1 Tonne Käse (10.000 Liter Milch) benötigt man rund 2 Liter Labextrakt, also rund 2 Gramm Enzymsubstanz. Davon verbleiben rund 20 – 30% im Käse, der Rest geht in die Molke über und wird hier durch die Molkenpulvertrocknung zerstört.

Im Käse verbleiben also rund 0,5 bis 0,6 Gramm Enzymsubstanz pro Tonne. Dies entspricht rund 0,5 bis 0,6 ppm (parts per million). 1 kg Käse enthält also nur 0,0000005 g Labenzym.

Um auch den Anforderungen der immer stärker wachsenden Zahl der Vegetarier gerecht zu werden, haben wir bei Hundsbichler unser Produktionsverfahren nach einer mehrjährigen Versuchsphase von einer Warmextraktion auf eine Kalt­extraktion umgestellt (vergleichbar mit dem "Kochen" einer Fleischsuppe bei 5°C). Bei diesem sehr speziellen und einzigartigen Verfahren gelang es uns, dass keinerlei bovine Bestandteile in das Endprodukt diffundieren.

Somit ist BIOREN® Naturlab zu 100 Prozent frei von Fleischbestandteilen. Unser BIOREN® Naturlab besteht nur aus drei Komponenten: Tiroler Bergquellwasser, Kochsalz und dem wertvollen natürlichen Chymosin.

Der Rohstoff ist auf Grund des Kalbfleischkonsums sowieso vorhanden. Wenn er nicht für die Labproduktion verwendet wird, geht dieser in die Pet-food-Industrie oder wird weggeworfen. Wenn aber daraus ein hochwertiges Enzym hergestellt wird, ist die Naturlabproduktion CO2-neutral und hilft somit der Umwelt.

 

Falsch: "vegetarische" Labersatzstoffe sind gleich gut wie Naturlab

Auch bei der Fermentation von Schimmelpilzen - dem Produktionsverfahren von mikrobiellen Labersatzstoffen - werden tierische Produkte als Nährmedium eingesetzt. Die verwendeten Nährmedien werden aber wohlweislich niemals offengelegt und müssen nach Gesetz auch nicht genannt werden. Das gleiche gilt auch für eventuelle Allergene im Nährmedium.

Bei der Käseproduktion mit mikrobiellen Labersatzstoffen kann es speziell bei längerer Lagerzeit zu unerwünschter Bitterkeit im Geschmack kommen. Die Käsequalität leidet also unter Umständen massiv.

Es gibt zwar im Lieferprogramm von Hundsbichler mit dem Produkt Galium einen Lab-Ersatzstoff, der tatsächlich rein aus pflanzlichen Bestandteilen besteht. Allerdings ist dieser auf Grund seiner speziellen Eigenschaften nur für die Frischkäseproduktion geeignet.

Was den Konsumenten leider immer noch verborgen bleibt, ist die Tatsache, dass hinter den Kampagnen gegen Naturlab ein z. T. massiver Lobbyismus der Chemie-Giganten steht, die selbst Gerinnungsenzyme zum Teil aus genmanipulierten Mikro­organismen wie Schimmeln und Hefen zu Spottpreisen herstellen und zu hohen Preisen verkaufen. Der Großteil dieser Enzyme wird auch noch in Japan oder China hergestellt.

"Gen-Lab" kann als "mikrobielles Lab" deklariert werden, so dass kein Verbraucher mehr erkennen kann, was er zu sich nimmt! Man beachte: die bei der Käseproduktion eingesetzten Enzyme bleiben aktiv im Käse erhalten, und niemand hat bis heute Tests durchgeführt, was aktiv gentechnisch veränderte Enzyme beim Menschen bewirken.

 

Wir hoffen, dass wir mit diesen Informationen einen Beitrag dazu leisten können, dass auch Vegetarier hochwertigen und nachhaltig produzierten Käse ohne schlechtes Gewissen genießen können und stehen für weitere Fragen gerne per zur Verfügung.